Johannisbeeren

Rote Johannisbeeren

Ribes rubrum

Sauer macht lustig. Johannisbeeren schmecken uns frisch vom Strauch genauso wie im Gelee oder der roten Grütze. Und wer Johannisbeeren im Garten hat, bekommt nicht nur eine nachhaltige Ernte sondern tut auch noch etwas für die Bienen. Zur Erdbeerzeit ist die Devise deshalb: einmal Beeren süß-sauer, bitte!

Pflanzenbeschreibung

Rote Johannisbeeren

Ribes rubrum ist ein locker und aufrecht wachsender, sommergrüner Strauch der bis zu 2m groß werden kann. Erkennbar sind die roten Ribisel am streifig ablösbaren, grau-weißen Bast am jungen Holz und an den großen, runden Knospen. Junge Zweige sind zudem oft leicht behaart. Der Duft am Holz ist im Vergleich zu den schwarzen Johannisbeeren viel schwächer.

Standort

Ribes im Allgemeinen bevorzugen gut bewässerte Böden ohne stauende Nässe. Kalkproble haben die Sträucher nicht; pH-neutraler Gartenboden ist also optimal.

Pflanzung

Vor der Pflanzung sollte man den Boden gut lockern. Das Pflanzloch sollte mindestens doppelt so groß wie der Wurzelballen sein. Dann pflanzt man die Büsche auf einen Abstand von mindestens 1,80m bzw. 1,50m bei Stämmchen.

Düngung

Johannisbeeren haben Hunger! Bei Beerendünger aus dem Fachhandel darf man hier deshalb die angegebene Obergrenze düngen. Eine Überdüngung ist bei Johannisbeeren unwahrscheinlich, sie haben einen hohen Toleranzbereich. Von erhöhtem oder gar maßlosem Düngereinsatz raten wir aber natürlich ab: man bekommt keine Ertragssteigerung, macht die Pflanze damit nur empfindlicher und abhängig (vom Dünger).

Geben Sie den Dünger am Besten auf drei Gaben verteilt. Seien Sie nicht zu spät dran (März bis Mitte April), denn die Früchte reifen früh. Wer es besonders gut machen möchte gibt Anfang Mai noch eine Kali-betonte Düngung.

Qualitätsvorteil

Alle 'Beerenzauber'-Johannisbeeren sind im Topf vorkultiviert. Sie brauchen keinen Pflanzschnitt vorzunehmen. Schneiden Sie Ihre Johannisbeeren im Jahr nach der Pflanzung das erste Mal.

Johannisbeere Blatt

Sortenspiegel

Weiße Johannisbeere
  • Weiße Versailler

Die Besonderheit im klassischen Johannisbeerbeet ist die weißfruchtige 'Weiße Versailler'. Die Beeren sind hell, mit einer fast durchsichtigen Schale - ansonsten sind sie identisch zu den roten Ribisel. Es fehlt lediglich der rote Farbstoff in der Beere; Pflege, Standort und Schnitt sind identisch. Eine 'Ribes alba' mit eigenem Kulturplan gibt es nicht - die weiße Versailler ist eine rote Johannisbeere - nur eben in weiß.

Der Geschmack ist süß-säuerlich, im Direktverzehr ist sie besonders beliebt. Die Reifezeit ist mittelfrüh (Mitte Juli).

Schale mit roten Johannisbeeren
  • 'Jonkheer van Tets'

Die klassische und altbewährte Frühsorte. Jonkheer macht mittelgroße rote Beeren und hohe Erträge; deshalb wird sie auch im Profi-Anbau gerne verwendet. Sie lässt sich auch im Hausgarten einfach kultivieren und zeigt sich gegenüber Krankheiten sehr robust.

  • 'Rolan' bzw. 'Rotet'

Beide Sorten sind robust, ertragreich, klassisch säuerlich im Geschmack und machen große Trauben.

  • 'Rovada'

Spätsorte (Reifezeit: Ende Juli), die mit sehr langen Trauben und großen Einzelbeeren auffällt. Rovadas Beeren sind gut regenfest und können lange am Strauch hängen bleiben.

  • 'Junifer'

Auch wenn der Name etwas anderes erwarten lässt, Junifer ist ebenfalls eine Spätsorte (Reifezeit: Ende Juli). Das betrifft nicht nur die Ernte- sondern auch die Blütezeit, die i.a.R. weit jenseits der letzten Spätfröste liegt. Die Einzelbeeren sind relativ groß und hängen an langen Trauben.

Erziehung und Schnitt

Grundlagen

  • Rote Johannisbeeren tragen am zwei- und dreijährigen Holz Früchte
  • Der beste Schnittzeitpunkt ist direkt nach der Ernte
  • Wichtigstes Ziel des Gehölzschnitts ist es, einen locker aufgebauten Strauch zu bekommen. Dadurch bekommen die Früchte nicht nur mehr Licht (größere, besser ausgefärbte und leckerere Früchte), sondern Sie halten Ihre Pflanzen auch gesund (Blätter trocknen schneller ab).
  • Das Verjüngen der Sträucher fördert die 'Fruchtholzrotation'. Der Ertrag wird besser, die Trauben und Einzelbeeren werden größer.
  • Einjährige Triebe nicht einkürzen! Um den Strauch kompakter oder luftiger zu bekommen, kann man auf Seitenäste ableiten.
  • Ein fachkundiger Schnitt ist nicht schwer und auch nicht aufwändig. Aber es ist eine wichtige Pflegearbeit. Um regelmäßig beste Erträge zu bekommen, sollten Sie deshalb jedes Jahr schneiden.

Erziehung junger Johannisbeeren

Schnitt von jungen Johannisbeersträuchern
Johannisbeerstrauch nach dem Schnitt (2. Standjahr)

Im Jahr nach der Pflanzung schneiden Sie Ihren Pflanzenbestand das erste Mal. Erhalten Sie drei bis vier kräftige Gerüstäste aus dem Vorjahr und drei bis vier junge, diesjährige Triebe. Genauso behalten Sie auch im dritten Jahr nach der Pflanzung wieder drei kräftige Jungruten.

Wählen Sie immer die stärksten, aufrechten Triebe als Gerüstäste und schneiden Sie alle anderen Triebe bodeneben ab. Je näher am Boden desto besser, denn lange herausstehende Stutzen könnten krank werden.

Erhaltungsschnitt (ab dem 4. Jahr)

Erhaltungsschnitt ab dem 4. Standjahr
Johannisbeerstrauch nach dem Schnitt (3. Standjahr)

Für langfristig schöne und ertragreiche Sträucher erhalten Sie je drei Triebe jeder Altersstufe. Also drei diesjährige Triebe, drei einjährige Triebe, drei zweijährige Triebe und evtl. auch drei dreijährige Triebe. Sie sollten niemals mehr als 12 Gerüstäste haben.

Wenn der Strauch noch nicht locker genug aufgebaut ist, können Sie bei den zwei- und dreijährigen Trieben auf jüngere Verzweigung ableiten.


Fuß- und Hochstamm

Stämmchen bleibt Stämmchen

Die Krone beim Stämmchen besteht nur aus fünf bis sechs Leittrieben. Diese Gerüstäste sollte man bestmöglich schützen – ab der Pflanzung an. Die beste Lösung um Windschäden zu vermeiden ist ein Stüzpfahl, oder noch besser: drei Stüzpfähle mit Querverbindungen. An denen kann man die Leitäste stützen. Auch der Stamm selbst, sollte festgebunden sein.

Auch bei den Stämmchen gilt: diesjährige Triebe nicht einkürzen. Stattdessen sollten Sie sich darauf beschränken zu dicht stehende Seitenäste herauszuschneiden. Ab dem 4. Standjahr macht es außerdem Sinn, die Krone immer wieder zu verjüngen. Dazu leitet man alte Gerüstäste auf jüngere Seitenäste ab.

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